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Wege ausgehend vom Hauptschulabschluss

Wege vom Hauptschulabschluss zur Allgemeinen Hochschulreife

Hier siehst du, wie du Schritt für Schritt vom Hauptschulabschluss zum Abitur gelangen kannst. Das modulare System in Baden-Württemberg ermöglicht es dir, Zwischenabschlüsse als Sprungbrett für die allgemeine Hochschulreife zu nutzen.

Weg zur Mittleren Reife:

Berufsfachschule 2-jährig

Dieser Weg führt dich zunächst zur Fachschulreife (gleichwertig mit der Mittleren Reife) in einem von dir gewählten Fachbereich. Mit diesem Zwischenziel in der Tasche hast du die notwendige Basis, um im Anschluss auf ein Berufliches Gymnasium zu wechseln und dort das Abitur abzulegen.

Abendrealschule

Die Abendrealschule bietet Erwachsenen mit Hauptschulabschluss die Möglichkeit, berufsbegleitend die Mittlere Reife zu erwerben. Voraussetzung für die Aufnahme ist ein Mindestalter von 18 Jahren sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine aktuelle Berufstätigkeit. Der Unterricht findet meist abends statt und dauert in der Regel zwei Jahre, wodurch dieser Weg ideal ist, wenn Du bereits im Berufsleben stehst und dich für weiterführende Schulen qualifizieren möchtest.

Wege zur allgemeinen Hochschulreife:

Berufliches Gymnasium 3-jährig / gymnasiale Oberstufe

Das berufliche Gymnasium in dreijähriger Aufbauform richtet sich an Schüler*innen, die einen mittleren Bildungsabschluss der Realschule, der zweijährigen Berufsfachschule oder der Werkrealschule nachweisen können. Aufgenommen werden zudem Schüler*innen eines allgemeinbildenden Gymnasiums mit dem Versetzungszeugnis in die 10. (G8) bzw. 11. (G9) Klasse. Das berufliche Gymnasium umfasst neben den allgemeinbildenden Fächern der gymnasialen Oberstufe auch ein berufsbezogenes Profilfach, wie zum Beispiel Wirtschaft oder Technik, und führt in drei Jahren zur Allgemeinen Hochschulreife (Abitur).

Wege zur allgemeinen Hochschulreife mit mittlerer Reife und abgeschlossener Berufsausbildung:

Abendgymnasium

Dieser Weg ist für alle gedacht, die bereits im Berufsleben stehen oder eine Ausbildung hinter sich haben. Hier bereitest du dich meist abends auf die Allgemeine Hochschulreife vor, was dir erlaubt, deine bisherige Tätigkeit beizubehalten, während du dich akademisch weiterbildest.

Kolping-Kolleg

Eine Vollzeitschule für Erwachsene, die bereits die Mittlere Reife und eine Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung vorweisen können. Hier konzentrierst du dich in drei Jahren voll auf den Erwerb des Abiturs.

Berufsoberschule

Dieser Weg steht dir offen, wenn du bereits die Mittlere Reife und eine abgeschlossene Berufsausbildung hast. In zwei Jahren Vollzeitunterricht führt dich die Berufsoberschule zur fachgebundenen oder – mit einer zweiten Fremdsprache – zur allgemeinen Hochschulreife.

Wege vom Hauptschulabschluss zur abgeschlossenen Berufsausbildung

Mit einem Hauptschulabschluss stehen dir in Baden-Württemberg vielfältige Wege offen, um einen anerkannten Berufsabschluss zu erlangen. Dabei kannst du zwischen der klassischen betrieblichen Praxis und rein schulischen Modellen wählen.

Duale Berufsausbildung

Duale Ausbildungen finden zum überwiegenden Teil in einem Betrieb, einer Institution oder einem Unternehmen statt. Neben der praktischen Arbeit finden Unterrichtseinheiten in einer Berufsschule statt. Die Gesamtdauer beträgt, je nach Ausbildungsberuf und Vorerfahrung, zwischen zwei und dreieinhalb Jahren und wird in den meisten Fällen entlohnt.

Duale Ausbildungen werden in folgenden Bereichen angeboten:

  • im Handwerk
  • in Industrie und Handel
  • im Dienstleistungsbereich
  • in der Landwirtschaft
  • bei Freiberuflern (z.B. Ärzten, Apothekern, Rechtsanwälten oder Steuerberatern)
  • im Öffentlichen Dienst

Schulische Ausbildung

Eine schulische Ausbildung setzt in der Regel eine mittlere Reife voraus, aber kann in einigen Bereichen auch mit einem Hauptschulabschluss begonnen werden. Im Gegensatz zu einer dualen Ausbildung findet eine schulische Ausbildung hauptsächlich an beruflichen Vollzeitschulen statt (zum Beispiel an Berufsfachschulen, Berufskollegs oder Fachakademien). Oftmals werden Schulgebühren erhoben. Die Ausbildung dauert je nach gewähltem Beruf zwischen ein und drei Jahren und wird für folgende Berufsbereiche angeboten: Berufe in Gesundheits- und Sozialwesen, Wirtschaft, Fremdsprachen, Gestaltung, Musik, Technik und IT.

Zugangsvoraussetzungen sollten direkt an den Schulen oder in einer Bildungsberatungsstelle erfragt werden. Eine Entlohnung für Auszubildende gibt es meistens nicht.

Übergangssystem

Das Übergangssystem besteht aus mehreren unterschiedlichen vorbereitenden Maßnahmen im Übergang von der (allgemeinbildenden) Schule in Ausbildung und Beruf. Ziele sind u.a. individuelle berufliche Orientierung, die Erweiterung von Kompetenzen und Fähigkeiten, Nachholen von Schulabschlüssen und/oder die Erhöhung der Chancen, eine passende Ausbildungsstelle zu finden.

Die Maßnahmen werden entsprechend den Bedarfen der Jugendlichen zugeteilt. Maßnahmen im Übergangssystem sind:

  • Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) bzw. Vorqualifizierungsjahr für Arbeit und Beruf (VAB)
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) der Agentur für Arbeit
  • Einstiegsqualifizierung (EQ)
  • Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)

Berufsfachschule 1-jährig (1BFS)

Die Angebote der einjährigen Berufsfachschule bereiten in praktischen und theoretischen Fächern auf die Anforderungen einer Ausbildung vor. Sie werden in staatlichen und privaten Berufsschulen durchgeführt und sind einer Ausbildung vorgeschaltet.

Bei erfolgreichem Abschluss kann das Schuljahr als erstes Ausbildungsjahr in einer nachfolgenden Berufsausbildung im gleichen Berufsfeld angerechnet werden.

Die einzelnen Schulen unterscheiden sich in ihren Fachbereichen und Berufsfeldern. Daher sollte vor der Schulwahl eine erste Berufsorientierung stattfinden.

Weitere Orientierungsangebote

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), der Bundesfreiwilligendienst (BFD) und Praktika führen zwar nicht zu einem anerkannten Bildungsabschluss, jedoch qualifizieren sich die Freiwilligen durch ihre Tätigkeit für eine Ausbildung oder ein Studium. Zum Teil wird die Dauer des FSJ als geforderte Praktikumszeit (an Hochschulen, etc.) anerkannt.

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

Das FSJ ist ein Freiwilligendienst für junge Menschen zwischen 16 bis 27 Jahren. Ein FSJ bietet Zeit zur persönlichen Entwicklung und Berufsorientierung sowie Gelegenheit zu sozialem Engagement. Das FSJ dauert in der Regel 12 Monate. Aufgabenfelder eines FSJ finden sich in der Regel in sozialen, pädagogischen und pflegerischen Einrichtungen.

Bundesfreiwilligendienst (BFD)

Der BFD ermöglicht Menschen jeden Alters sich zu engagieren. Für Freiwillige unter 27 Jahren ist der BFD dem FSJ sehr ähnlich. Viele Träger, die das FSJ anbieten, haben auch den BFD im Programm. Die Regeldauer sind 12 Monate.

Praktikum

Ein Praktikum kann in den meisten Berufsfeldern absolviert werden. Die Tätigkeiten geben Einblicke in den Berufsalltag. Sie dienen der Berufswahlvorbereitung, dem Erwerb von Berufserfahrung und der Erhöhung späterer Jobchancen. Praktika bieten eine gute Möglichkeit, den Ausbildungs- oder Berufseinstieg vorzubereiten.

Wege vom Hauptschulabschluss zur Mittleren Reife

Wenn du bereits einen Hauptschulabschluss hast, gibt es in Baden-Württemberg verschiedene Pfade, um den mittleren Bildungsabschluss (Fachschulreife oder Realschulabschluss) zu erreichen. Diese Wege lassen sich flexibel in deine Lebensplanung integrieren.

Werkrealschule

In der Werkrealschule kann in zwei Geschwindigkeiten nach Klasse 9 oder nach Klasse 10 ein Hauptschulabschluss erworben werden. Die mittlere Reife (auch „mittlerer Bildungsabschluss“) kann nach Klasse 10 der Werkrealschule erworben werden.

Die Werkrealschulen setzen einen praktisch-berufsorientierenden Schwerpunkt und bieten Kompetenzanalysen, durchgehende Berufswegeplanung und Sozial- und mehrwöchige Berufspraktika an.

Berufsfachschule 2-jährig

In diesem Bildungsgang werden allgemeine Lerninhalte mit einer beruflichen Grundbildung verknüpft. Nach zwei Jahren schließt du mit der Fachschulreife ab, die der mittleren Reife gleichwertig ist.

Duale Berufsausbildung

Duale Ausbildungen finden zum überwiegenden Teil in einem Betrieb, einer Institution oder einem Unternehmen statt. Neben der praktischen Arbeit finden Unterrichtseinheiten in einer Berufsschule statt. Die Gesamtdauer beträgt, je nach Ausbildungsberuf und Vorerfahrung, zwischen zwei und dreieinhalb Jahren und wird in den meisten Fällen entlohnt.

Duale Ausbildungen werden in folgenden Bereichen angeboten:

  • im Handwerk
  • in Industrie und Handel
  • im Dienstleistungsbereich
  • in der Landwirtschaft
  • bei Freiberuflern (z.B. Ärzten, Apothekern, Rechtsanwälten oder Steuerberatern)
  • im Öffentlichen Dienst

9+3 Modell

Hierbei wird die Mittlere Reife direkt mit einer mindestens dreijährigen Berufsausbildung kombiniert. Wenn du deine Ausbildung erfolgreich beendest und einen bestimmten Notenschnitt im Abschlusszeugnis der Berufsschule erreichst, wird dir der mittlere Bildungsabschluss automatisch anerkannt.

Schulische Ausbildung

Eine schulische Ausbildung setzt in der Regel eine mittlere Reife voraus, aber kann in einigen Bereichen auch mit einem Hauptschulabschluss begonnen werden. Im Gegensatz zu einer dualen Ausbildung findet eine schulische Ausbildung hauptsächlich an beruflichen Vollzeitschulen statt (zum Beispiel an Berufsfachschulen, Berufskollegs oder Fachakademien). Oftmals werden Schulgebühren erhoben. Die Ausbildung dauert je nach gewähltem Beruf zwischen ein und drei Jahren und wird für folgende Berufsbereiche angeboten: Berufe in Gesundheits- und Sozialwesen, Wirtschaft, Fremdsprachen, Gestaltung, Musik, Technik und IT.

Zugangsvoraussetzungen sollten direkt an den Schulen oder in einer Bildungsberatungsstelle erfragt werden. Eine Entlohnung für Auszubildende gibt es meistens nicht.

Abendrealschule

Die Abendrealschule bietet Erwachsenen die Möglichkeit, den mittleren Bildungsabschluss neben dem Beruf nachzuholen. Der Unterricht findet in der Regel am Abend oder in Teilzeit statt, sodass sich Schule und Alltag gut vereinbaren lassen.

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